Der Rückgang der Kryptowährungsmärkte begann mit einem Tweet von Elon Musk darüber, dass Mining nicht umweltfreundlich ist. Im Weiteren gab es andere negative Ereignisse für Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte, die zu dem aktuellen langfristigen Marktrückgang führten. Aber ist das Mining tatsächlich so umweltschädlich?

Diese Aussage wurde zur Begründung für Elon Musks Weigerung, die wichtigste digitale Währung als Zahlungsmittel für Tesla-Elektrofahrzeuge zu akzeptieren. Viele Krypto-Nutzer interessierten sich dafür, was der Milliardär mit Nicht-Umweltfreundlichkeit gemeint hat.

Stromverbrauch und Treibhausgasemissionen

Die Berechnungen von Experten zeigen von Jahr zu Jahr einen stabilen Anstieg des Stromverbrauchs für das Bitcoin-Mining. Heutzutage sind es bereits über 120 Terawattstunden pro Jahr, was mehr als der Verbrauch Argentiniens ist. Der Algorithmus der wichtigsten Kryptowährung ist so konzipiert, dass diese Zahl immer weiter anwachsen wird.

Auch die Umweltorganisation „Greenpeace“ unterstützt Elon Musk in seinen Aussagen. Die Treibhausgasemissionen aus dem Bitcoin-Mining sind bereits mit denen eines großen Landes wie den Philippinen vergleichbar. Am wichtigsten ist jedoch, dass die chinesische Regierung auf die wichtigste digitale Währung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt ihre Aufmerksamkeit gelenkt hat.

Schaden und Nutzen des Minings für die Umwelt

Chinas staatliche Nachrichtenagentur berichtet, dass Bitcoin nichts mit „CO2-Neutralität“ zu tun hat. Mit den Verboten in China beginnt die Mining-Unterdrückung im Iran. Aus denselben Gründen – der Verbrauch von Ressourcen, welche verbrannt werden, um die Integrität mathematischer Berechnungen zu gewährleisten.

Laut dem tschechischen Experten, Daniel Frumkin, ist die Umweltfreundlichkeit des Minings ein „zweischneidiges Schwert“. Beispielsweise beim Mining von Begleitgas, das bei der Gas- und Ölförderung freigesetzt wird, kommt die Berechnung neuer Bitcoin-Blöcke der Umwelt nur zugute. Daher macht es keinen Sinn, von Umweltfreundlichkeit oder Nicht-Umweltfreundlichkeit des Minings im Allgemeinen zu sprechen. Wichtig sind lediglich die spezifischen Bedingungen für jede einzelne Mining-Farm. 

Nutzung von Solarzellen für das Mining

Sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung von Solarzellen belastet die Umwelt stark. Trotzdem gilt Solarenergie als umweltfreundlich und wird in China und vielen anderen Ländern staatlich gefördert. Unter chinesischen Mining-Farmen befinden sich auch Solarzellenfabriken.

Was passiert denn, wenn alle Miner auf Solarenergie umsteigen? Das Analyseunternehmen „Square“ hat zusammen mit „ARK Invest“ berechnet, ob es sinnvoll ist, Mining auf Solarenergie umzustellen.

Dazu wurden die Kosten für den Bau und die Wartung eines Elektroenergie produzierenden Objekts, durch die durchschnittliche Rentabilität des Bitcoin-Minings, unter Berücksichtigung der prognostizierten Komplexität dieses Prozesses, dividiert.

Die Berechnungen haben gezeigt, dass, wenn der Wert der Haupt-Kryptowährung in den nächsten zwei Jahren weder steigt noch sinkt, werden die Solarpanels sich gerade noch bezahlt machen. Dann wird die Komplexität des Minings so stark wachsen, dass das Unternehmen nicht mehr profitabel wird. Allerdings wird bei einem bemerkenswerten Anstieg des Bitcoin-Kurses die Rentabilität eines Solarkraftwerks für das Mining noch einige Zeit bestehen bleiben.

Nutzung erneuerbarer Energien für das Mining

Der Anteil der Quellen, die erneuerbare Energie für das Mining nutzen, wächst ständig. Wenn 2019 lediglich 27 % der Energiequellen für das Mining als CO2-neutral bezeichnet werden konnten, so stieg ihr Anteil im Jahr 2020 auf 61 % der Gesamtmenge.

Der Grund ist die zunehmende Nutzung der Energie von Wasserkraftwerken für das Mining und der Energie, welche bei der Verbrennung von Begleiterdgas in Ölfeldern freigesetzt wird. Der Nutzungsanteil von Kohlekraftwerken für das Mining nimmt stetig ab. All dies deutet darauf hin, dass die Umweltbelastung durch das Mining extrem übertrieben ist.

Umstellung von Kryptowährungen auf andere Blockchains

Das Thema der Mining-Umweltschädigung wurde für einige Blockchain-Entwickler zu einem Anlass, sich mit Alternativen auseinander zu setzen. Vitalik Buterin erinnerte daran, dass Ethereum 2.0 die Notwendigkeit des Minings beseitigen wird, weil Transaktionen mit dem Proof-of-Stake (PoS)-Algorithmus bestätigt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass die Provisionen für Transaktionen nicht die Miner, sondern die Inhaber von Sonderkonten in der ETH-Kryptowährung verdienen werden.

Tezos und viele andere Kryptowährungen verwenden bereits den PoS-Algorithmus. Damit befinden sie sich, im Vergleich zu herkömmlichen PoW-Kryptowährungen (Proof-of-Work) wie Bitcoin und seinen Nachfolgern, in einer günstigeren Position.

Für das Betreiben neuer Kryptowährungen hat sich das Staking bereits als anerkannte Alternative zum Mining etabliert. Es reicht aus, Geld in einer speziellen Wallet aufzubewahren, um sich an der Sicherheit des Netzwerks zu beteiligen und dafür Belohnungen zu bekommen. Dieses Vorgehen ist umweltfreundlich, energieeffizient und erfordert keine komplexen technischen Fähigkeiten.