Bitcoin gilt als eine der jüngsten Währungen der Welt – heute ist er erst 11 Jahre alt. Bitcoin hat eine sehr reiche und volatile Handelsgeschichte, die bis zu seiner Entstehung im Jahr 2009 zurückreicht. Die erste Wertsteigerung erfolgte im Juli 2010 – damals machte er einen kleinen Sprung von 0,0008 USD auf 0,08 USD pro Coin. Seitdem hat Bitcoin viele Höhen und Tiefen erlebt. Welche Ereignisse hatten den größten Einfluss auf ihn und wie hat sich sein Preis im Laufe der Zeit verändert? All das erfahren Sie im folgenden Artikel.

Wie entstand Bitcoin?

Bitcoin ist die weltweit erste Blockchain-basierte Kryptowährung. Er gilt als die am weitesten verbreitete und erfolgreichste Kryptowährung weltweit. Der Bitcoin-Preis erreichte seinen Höchststand Ende 2017, als er auf 20.000 USD stieg. Seitdem schwankte er stark und lag im Durchschnitt bei 7.000 USD (zum Zeitpunkt der Berechnung des Durchschnittswerts im April 2020).

Die Rolle von Satoshi Nakamoto

Bitcoin wurde 2008 von einem Mann mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto erfunden, über welchen immer noch viele Legenden und Geheimnisse kursieren. Bitcoin war ursprünglich eine Open-Source-Software. Die erste Transaktion fand im Januar 2009 zwischen Nakamoto selbst und einem unbekannten Benutzer statt. Die erste reale Transaktion, die von gewöhnlichen Menschen durchgeführt wurde, fand 2010 statt, als ein Bitcoin-Miner zwei Pizzen bei „Papa John’s“ in Florida kaufte und sie mit 10.000 Bitcoins von seinem Benutzerkonto bezahlte.

Die Welt weiß noch nichts über Bitcoin

Wie Sie wissen, wird die Kryptowährung auf der Grundlage von Blockchain-Technologien erstellt, die ein öffentliches „Buch“ aller Internet-Transaktionen, mithilfe von Bitcoin, führen. Jeder kann Bitcoins minen, wenn man einen PC hat. Aus diesem Grund war Bitcoin ursprünglich für Kryptographen, Programmierer und diejenigen, die es nicht wollten, dass ihre Finanztransaktionen von Regierungsbehörden verfolgt werden, von besonderem Interesse. Wegen Letzterer hatte Bitcoin lange Zeit einen schlechten Ruf, weil er häufig für illegalen (einschließlich verbotenen) Handel verwendet wurde.

Der Tritt aus dem Schatten

Im Laufe der Zeit verbreitete sich die Kryptowährung weiter, „kam aus dem Schatten“ und wurde als etwas Normales wahrgenommen. So haben 2013 immer mehr Einzelhändler auf die weitverbreitete Verwendung von Bitcoins bei ihren kommerziellen Aktivitäten zurückgegriffen. Jedoch ereigneten sich auch einige Tragödien bei der Entwicklung von Bitcoin: So schlossen die US-Behörden im Oktober desselben Jahres die anonyme Handelsplattform Silk Road, auf welcher, wie sich herausstellte, Bitcoins für den Handel auf dem Schwarzmarkt verwendet wurden.

Die beliebte Bitcoin-Börse, Mt. Gox, ging auch 2014 bankrott. Ursprünglich war es eine Website zum Kaufen und Verkaufen von Handelskarten, später wurde sie jedoch zu einem Bitcoin-Markt. Im Jahr 2013 handelte die Börse täglich rund 150.000 Bitcoins. Zahlreiche Betrugsvorwürfe im Jahr 2014 führten jedoch dazu, dass die Börse mehr als 850.000 Bitcoins verlor. Infolgedessen ging sie bankrott und wurde auch geschlossen.

Heute ist Bitcoin an vielen dezentralen unabhängigen Börsen wie Coinbase zu finden. Wie beim Dollarkurs variiert der Wert von Bitcoin von Börse zu Börse, was sich auf verschiedene Arbitrage-Möglichkeiten auswirkt. Weitgehend ist das Fehlen eines einheitlichen Bitcoin-Preises auf das Fehlen einer zentralen Umtauschplattform zurückzuführen. Im Zeitraum von 2013 bis 2014 wurde die Preisbildung auch durch die Rechtsstreitigkeiten, an welchen diese Währung beteiligt war, und durch die Schließung wichtiger Börsen beeinflusst. Dies setzte jedoch der Währung selbst kein Ende, sondern legte nur den Grundstein für ihren weiteren Erfolg.

Der Zusammenbruch von Mt.Gox und der Preis der ersten Kryptowährung

Ein wichtiger Meilenstein für Bitcoin war der Zusammenbruch der Mt.Gox-Börse im Jahr 2014 – die Resonanz dieses Ereignisses ist immer noch zu spüren. Ursprünglich war Mt.Gox eine Plattform für den Kauf und Verkauf von Spielkarten für das Brettspiel Magic the Gathering, entwickelte sich aber später zu einer Bitcoin-Börse. Im Frühjahr 2011 verkauften die Gründer von Mt.Gox die Börse an die Firma Tibanne, die einem Programmierer gehörte – dem in Japan lebenden Franzosen Mark Karpeles. Nur wenige Monate später erlebte die Börse ihren ersten schweren Schlag – Hacker konnten ihr Sicherheitssystem austricksen und Bitcoins abheben, wodurch der Wert der ersten Kryptowährung bis auf 1 Cent gesenkt wurden. Nur mit enormen Anstrengungen gelang es Karpeles, den Ruf der Börse teilweise wiederherzustellen: Sie setzte nicht nur den Handel fort, sondern blieb auch die weltweit größte, in Bezug auf ihr Handelsvolumen. Bis Anfang 2013 wurden hier rund 70% aller globalen Transaktionen durchgeführt. Im selben Jahr stellte sich heraus, dass Mt.Gox nicht nur ernsthafte Probleme mit dem eigenen Sicherheitssystem hat, sondern auch mit amerikanischen Regulierungsbehörden und sogar mit seinen eigenen Handelspartnern. Obwohl die Auseinandersetzungen mit Mt.Gox zu einem bedeutenden Meilenstein in der Bitcoin-Geschichte wurden, verhinderten sie nicht einen weiteren Preisanstieg dieser Kryptowährung, auf den wir im nächsten Teil des Artikels eingehen werden.

Änderung des Bitcoin-Preises von 2013 bis heute

Der erste Preisanstieg von Bitcoin war Anfang 2013, als ein Coin etwa 13,50 USD kostete. Anfang April stieg der Preis erneut an und überschritt sogar kurzzeitig 220 USD, fiel jedoch bereits Mitte des Monats erneut auf 70 USD zurück. Das waren die ersten signifikanten Preisschwankungen bei Bitcoin und der erste Zusammenbruch der Kryptowährung, der später die Entstehungsgeschichte einging.

Von 100 bis 1.000 US-Dollar in einem Jahr

Das rasante Wachstum von Bitcoin begann im Oktober-November 2013. Anfang Oktober stoppte die Währung bei 100 USD und stieg dann innerhalb weniger Tage bis auf 195 USD. Bis Ende November stieg der Preis von etwa 200 USD bis auf über 1.075 USD. Das trug zum Erscheinen neuer Bitcoin-Börsen und Miner auf dem Markt bei, die hauptsächlich in China ansässig waren. Zur gleichen Zeit wurde Mt.Gox zur größten Bitcoin-Austauschplattform – das Unternehmen war zu der Zeit an über 70% aller Bitcoin-Transaktionen beteiligt.

Sicherheitsprobleme von Mt.Gox und ihre Auswirkungen auf den Markt

In dieser Zeit begannen Probleme mit Abhebungen von Bitcoin. Dann verbreiteten sich die Gerüchte über die Unsicherheit von Transaktionen an Mt.Gox und über einen üblen Ruf des Plattformmanagements. Aus diesem Grund fiel der Bitcoin-Wert zuerst auf 1.079 USD und dann (im Dezember 2013) auf 760 USD. Somit sank der Wert der Kryptowährung innerhalb weniger Tage um 29%.

Anfang Februar 2014 gab es einen weiteren schweren Bitcoin-Absturz, der mit einem Vorfall an der Börse Mt.Gox zusammenhing, die in Japan Insolvenzschutz beantragte. Zu dieser Zeit wurde Bitcoin bei etwa 850 USD gehandelt, aber bis zum 16. Februar fiel er bis auf ca. 580 USD – ein Rückgang von etwa 32%.

Neuer Anstieg des Interesses an Bitcoin und die größte Rallye in der Geschichte

Bis 2017 fiel und stieg der Bitcoin-Preis sprunghaft. Viel geredet darüber wurde es erst im Herbst desselben Jahres, als der Preis die Rekordmarke von 5.000 US-Dollar durchbrach und im November auf 10.000 US-Dollar stieg. Einige Kommentatoren und Kritiker, darunter sogar der Gründer des Visa-Zahlungssystems, nannten Bitcoin eine „Seifenblase“ und verglichen ihn mit dem legendären niederländischen „Tulpenfieber“ des 17. Jahrhunderts, wodurch ein großer Teil der Bevölkerung bankrott ging. Tatsächlich fiel der Bitcoin-Preis nur wenige Wochen später schnell auf 7.000 USD und dann bis auf 3.500 USD im April 2018.

Im Jahr 2019 erlebte Bitcoin einen neuen Preisanstieg und kehrte zur 10.000 US-Dollar-Marke zurück. Die Geschichte bewegt sich jedoch spiralförmig, deswegen wiederholen sich immer wieder dieselben Trends: Zum Jahresende kostete Bitcoin erneut etwa 7.000 US-Dollar und seitdem schwankt er sehr stark. 

2020: Beginn einer neuen Rallye?

Im Jahr 2020 lag der Höchstwert, den Bitcoin erreichte, bei knapp 10.000 USD. Der Mindestpreis von 5.000 USD wurde im März 2020 verzeichnet und war vermutlich mit dem Beginn der Quarantäne, aufgrund der COVID-19-Pandemie verbunden. Zurzeit kann man wieder den starken Preisanstieg der Kryptowährung beobachten.

Viele Analysten sind sich einig, dass 2020 die beste Zeit für Bitcoin ist. So stellte der Geschäftsführer der Citibank im Bericht „Bitcoin: Digitales Gold des 21. Jahrhunderts“ das Potenzial der ersten Kryptowährung fest und verglich die aktuelle Situation mit dem Gold-Bullenmarkt in den 70er Jahren. Seiner Meinung nach haben die Politik des US- Bundesreservesystems und die Verschärfung der Situation mit COVID-19 ein ähnliches Marktumfeld geschaffen, in welchem die Kurse der ersten Kryptowährung bis auf 318.000 USD bis Dezember 2021 steigen werden.

Ereignisse, die einen Anstieg oder einen Absturz des Bitcoin-Preises verursachen

  • Anstieg des Bitcoin-Preises von 1 USD auf 32 USD im Jahr 2013 – die großen Medien sprachen zum ersten Mal über die Kryptowährung (Time veröffentlichte eine Reportage).
  • Preisanstieg bis auf 266 US-Dollar – Veröffentlichung des FBI-Berichts „Virtuelle Währung Bitcoin: einzigartige Eigenschaften“ im Internet.
  • Preisanstieg von 100 USD bis auf 1.242 USD – Deutschland legalisierte Bitcoin, Cameron und Tyler Winklevoss gründeten das Unternehmen „Bitcoin Trust“.
  • Preisanstieg von 450 USD bis auf 19.400 USD – Japan hat Bitcoin als legale Zahlungsmethode anerkannt.

Die Verbreitung von Bitcoin und das Wachstum dieser Kryptowährung in den Jahren 2019-2020 wurden auch indirekt von folgenden Ereignissen beeinflusst:

  • Diskussion über Libra von Facebook und über Ton von Telegram in den US-Bundesnachrichten (einschließlich Donald Trump selbst und anderer wichtiger Politiker bis zu den Anhörungen im SEC).
  • Diskussion über das Thema Kryptowährungen beim G20-Treffen 2019.
  • Einführung bestehender und eigener Kryptowährungen durch Zentralbanken und Technologieunternehmen verschiedener Länder.
  • Einführung von Bakkt, das Kunden Finanzinstrumente auf Basis von BTC (offene Investment- und Pensionsfonds, ETFs) zur Verfügung stellte

Start der depotführenden Handelsplattform Fidelity Digital Asset Services mit dem Handelspaar BTC-USD.